Soudain

HAMAGUCHI Ryusuke
Frankreich, Japan, Deutschland, Belgien 2026
Zwei Frauen sitzen am Boden vor einem Fluss, um sie herum die Lichter der Stadt. Eine der Frauen blickt in die Kamera.

Die Hinwendung zum Menschen auf Augenhöhe zur Gewohnheit machen: Das will Heimleiterin Marie-Lou mit ihrem Pflegekonzept für Alzheimer-Erkrankte. In der japanischen Regisseurin Mari Morisaki, die ein antipsychiatrisches Theaterstück auf die Bühne gebracht hat, findet sie eine Seelenverwandte. Hamaguchi hat man noch nie so nachdenklich und zugleich zärtlich erlebt. Sein Film umarmt das Leben und die Menschen, ist sehr leicht – und nimmt es trotzdem sehr ernst. Über fast drei Stunden entfaltet sich ein magischer, stiller Sog, wie er nur selten im Kino eintritt. Virginie Efira und Tao Okamoto wurden in Cannes als beste Schauspielerinnen ausgezeichnet. (Dunja Bialas)

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